Gedichte

Duft (2000)

Der Duft der Welt ist wunderbar,
so schön rein und auch so klar,
besudelt nur durch Mensch-Gestank.


Ihr Gott sie schuf mit dem Geruch,
den er schon lang getragen,
werd‘ ich bei ihrem Dufte krank.


Doch leiten werde ich sie raus,
aus diesem riesengroßen Graus,
und führen in den heil’gen Duft.


Denn ich bin der Gott, der omnipotent,
den Duft beherrscht, den keiner kennt.


Messias nennen mich die Leute,
wenn sie gerochen haben heute,
den Duft der vielen Häute.


Preisen werden sie mich reichlich
und lieben auch, dass weiß ich!

Dieses Gedicht wurde nach der Vorlage des „Prometheus“ von Johann Wolfgang von Goethe, aus der Sicht des Protagonisten des Romans „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind geschrieben.

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